Presse


Ruhr Nachrichten Oktober 2005 von Arnd Brede
Im Internet ist Liebe Schein
Elfie Böttger-Bohlens neues Buch ist wieder ein Appell für mehr Menschlichkeit
Im Westen* Wenn Elfie Böttger-Bohlen schreibt, geht es ihr um Menschen und deren Gefühle. Als Autorin ist die gebürtige Mengederin Grenzgängerin, was die Genres betrifft. Und so verwundert es nicht, dass ihr neues Buch vom Stil her so ganz anders ist als ihre ersten beiden.
Nicht aber von der Intention: Ihr neues Buch, der Roman "Kassandrarufe und Schwanengesänge", ist zwar, anders als ihre bisherigen Bücher, eine Tragikömödie. Aber erneut ist es ein Appell für mehr
Menschlichkeit.Denn in der anonymen Welt der Internet-Chatrooms, "wird mit den Gefühlen von Menschen gespielt", sagt Elfie Böttger-Bohlen.
Die Hauptfigur, Berthold Nothnagel, gerade von seiner Frau verlassen, flüchtet sich in die Welt des Internet. Auf der Suche nach Liebe und Nähe findet er in der geheimnisvollen Kas-sandra eine vermeintlich verwandte Seele. Der Versuch sie in sein reales Leben herüber zu holen gestaltet sich schwierig. Ist doch manches, was sie ihm mitgeteilt hat, mehr Schein als Sein. Berthold recherchiert
nach Hinweisen, sucht nach Aufenthaltsorten, verzweifelt nahezu. Und dann ist die Auflösung zum Greifen nahe.
Die Sprache des Buches ist die Sprache des Ruhr-Gebietes. "Ich habe aus dem Bauch heraus geschrieben", sagt Elfie Böttger-Bohlen. Genau das ist es, was den Roman so authentisch macht. Die Orte spielen in Dortmund und Umgebung. Die Erlebnisse im Internet, die sie schildert, sind ihr bei Besuchen in Chat-Rooms so oder so ähnlich passiert. "Ich wollte ein Gefühl dafür bekommen." Ergebnis? "Das Internet lässt nur
so viel Nähe zu, wie seine Benutzer bereit sind zu geben." Und so läßt sie Berthold folgenden Satz sagen: "Irgendwie erinnert mich der Chat-Raum auf einmal an eine Kneipe. Du sitzt mit wildfremden Menschen an einem Tisch und jeder versucht, sich ins rechte Licht zu rücken."
Elfie Böttger-Bohlen liest am Sonntag (30.10.) ab 15 Uhr im Lüdgendortmunder Heimatmuseum aus ihrem neuen Buch.

WAZ Selm Bork Cappenberg - November 2005

"Kassandrarufe und Schwanengesänge" - Titel eines Buches und einer Cappenberger Ausstellung
Selm literarisch verarbeitet

Von Diethelm Textoris
Selm. Autorin Elfie Böttger-Bohlen hat einen neuen Krimi veröffentlicht: "Kassandrarufe und Schwanengesänge". Dabei hat sie bedeutsame Selmer Schauplätze eingearbeitet.
"Bei Dunkelheit und Nebel inspizierte ich die Gegend um Schloß Cappenberg und Haus Sandfort, war zu nächtlicher Stunde im Selmer Gerwerbegebiet unterwegs und erlebte ein sonntägliches Biker-Treffen am Ternscher See. So holte ich mir immer neue Inspirationen für meinen Roman."Recherchen mit dem Finger auf der Landkarte sind nicht die Sache der Autorin Elfie Böttger-Bohlen. Unter dem Titel "Kassandrarufe und Schwanengesänge" veröffentlichte sie in diesen Tagen ihr drittes Buch, in dem die genannten Schauplätze eine wichtige Rolle spielen.
"Vor allem die Herren-
häuser haben mich
schon in meiner Jugend
fasziniert. Ich stand davor und malte mir aus, welche Dramen sich hinter den dicken Mauern in frühen Zeiten abgespielt haben. Heute sind die Häuser immer noch bewohnt und so glaube ich, dass auch im Computerzeitalter dort Tragödien vorkommen und Schicksale ihren Lauf nehmen." Aber ein Tragödie ist der neue Roman keinesfalls, eher ein Krimi auf der Ebene einer Tragikkomödie mit vielen realistischen Elementen.
Wie kam Elfie Böttger-Bohlen auf die Idee zu dieser Geschichte?
"Ich hatte viel vom Internet als modernes Kommunikationsmedium zum Kennenlernen gehört. So habe ich unter verschiedenen Pseudonymen Chat-Räume aufgesucht, Erfahrungen gesammelt und aus vielen dieser Mosaiksteinen die Story konstruiert. Vor allem die Erkenntnis, dass in den virtuellen Räumen
keine menschliche Nähe möglich ist, dass sogar
die eigene Person
konstruiert zu einem Phantasieggebilde abgewandelt wird, hat mich berührt, dass Menschen vor den Kopf gestossen und häufig nur benutzt werden, hat mich erschüttert. Das musste ich dann literarisch verarbeiten." Findet sich die Autorin selbst in dem Buch wieder? "Ich habe viel mit Ulla Inselherz gemeinsam, die als verständnisvolle Freundin Strukturen in die Irrwege des Berthold Nothnagel zu bringen versucht. Natürlich muss auch sie letzthin einsehen, dass sie trotz aller Einfühlsamkeit nicht gegen dessen Illusionen ankommt. Immer wieder sperrt er sich gegen Wahrheit und Realität und macht statt dessen Scheinwahrheiten und Trugbilder zu seinem Lebensinhalt."
Wie kam es zu dem Titel "Kassandrarufe und Schwanengesänge"? Die
Autorin erklärt: "Auf Cappenberg gab es vor vor einiger Zeit wirklich
eine Ausstellung mit
diesem Titel. Bert-hold besucht mit Ulla diese Ausstellung um auf Spuren seiner Kassandra zu stoßen. Er muss dann allerdings feststellen, dass Cappenberg nicht das gesuchte Herrenhaus ist, es gehört ja auch nicht einer alten Tante."
"Sielt der nächste Roman wieder im hisigen Raum? Gibt es eine Fortsetzung und für Berthold Nopthnagel ein Happy-End?" Elfie Böttger-Bohlen wehrt ab: "Nein, denn ich will ja gerade zeigen, dass in der virtuellen Welt des Internet glückliche Schicksale eher die Ausnahme sind. Der nächste Roman spielt unter anderem auf der Mittelmeerinsel Zypern. ........
 
Waltroper Zeitung 9.September 2005
Waltroperin veröffentlicht ihr drittes Buch
LITERATUR: Das neueste Werk von Elfie Böttger-Bohlen ist ein handfester Krimi mit viel Lokalkolorit
"Kassandrarufe und Schwanengesänge" heißt das vor kurzer Zeit erschienene neue Buch der Waltroper Autorin Elfie Böttger-Bohlen.
von Thomas Zimmermann
Mit ihrer dritten Veröffentlichung wandelt die gelernte Krankenschwester fernab ausgetretener literarischer Pfade: Bestanden ihre ersten beiden
Bücher noch aus Kurzgeschichten und Zitaten aus dem Leben alter Frauen, handelt es sich bei ihrem neuesten Werk um einen Lokalkrimi, der sich eher an die jüngere Gene-ration richtet.
Die Story: Berthold Nothnagel, 41 Jah-re alt, betreibt zusammen mit sei-ner Frau Sylvia einen Pflegedienst in Dortmund. Als Sylvia

ihn verlässt, berginnt er, im Internet zu cha-tten und nach Kontakten zu suchen. Er lernt Kassandra ken-nen und verliebt sich in sie. Bert-holds Leben hat wieder einen Sinn, über den er seine Arbeit vernachlässigt. Am liebsten wür-de er seine Zeit nur noch im In-ternet und mit Kassandra ver-bringen.

Doch Kassandra erzählt ihm von seltsamen Partys im Haus ihrer Tan-te, von Gewalt und Selbstmordabsichten. Dann verabschiedet sie sich mit einer fadenscheinigen Be-gründung von Bert-hold und ist fortan weder über das Internet noch über ihr Handy erreichbar. Berthold beschließt, ein Detektivbüro zu beauftragen und pa-rallel eigene Ermitt-lungen
anzustellen. Dabei kommt er immer mehr Un-gereimtheiten in Kassandras Lebensgeschichte auf die Spur.
Das Buch ist für 9,50 Euro im Buchhandel oder über den Verlag Zimmermann erhältlich.

Westfälische Rundschau
Elfie Böttger-Bohlen: "Sonntags stand mein Heinrich immer am Kanal"
Mengederin veröffentlicht erstes Buch

Mengede. Weder Belletristik, noch Lyrik, nicht Essay und erst recht kein Sachbuch. Elfie Böttger-Bohlen
legt mit ihrer Erstveröffentlichung ein Buch vor, das das Leben alter Menschen, insbesondere alter Frauen reflektiert. In Zitaten. Alte Menschen kommen zu Wort und erinnern sich.

"Sonntags stand mein Heinrich immer am Kanal", so der Titel des 103 Seiten starken Erstlingswerkes, im Postkarten-format, Auflage: 500 Exemplare.
Das Buch ist in der Mengeder Buchhandlung "Am Amzshaus" erhältlich und kostet 15 DM.
Den Schritt von der anonymen Krankenschwester zur Autorin hat die gebürtige Mengederin - heute lebt sie in Waltrop - gewagt.
Ein bekannter Dortmunder Schriftsteller hat ihr Mut gemacht: Josef Reding. Ihm schickte sie vor Jahren einige Kurzgeschichten. Seine Antwort: "Mädchen, schreib weiter."
Das motivierte.
Für den Herder-Verlag war der Umfang der Zitate Sammlung zu gering. Er pickte sich zehn Lebensweisheiten heraus und veröffentlichte sie in dem Buch "Frauenblicke".
Für Elfie Böttger-Bohlen war dies zu wenig. Wenn Frauen aus ihrem Leben erzählen, dann nicht in dieser abgespeckten Form. Elfie Böttger-Bohlen ließ ihr Buch auf eigene Kosten drucken.
"Mit diesen gesammelten Texten möchte ich mich zu den Frauen bekennen, die ein Leben hinter sich haben, das geprägt ist von Angst und Verlust, Arbeit und Pflicht, aber auch von Liebe, Freude und Lust", kommentiert die Autorin.
Und: "Lasse zu, dass diese Frauen dir begegnen und nehme sie wahr."
Die examinierte Krankenschwester, die nach der Geburt ihres zweiten Kindes von 1983 bis 1995 in der Diakonie-Station Mengede arbeitete, sammelte Lebensgeschichten. "Sich hineinfühlen in Menschen, die am Ende eines Weges stehn, bedeutet, sie anzuschauen und wahrzunehmen." Elfie Böttger-Bohlen hat nicht nur dies getan. Sie macht auch geschichtliche Zusammenhänge, eine von Krieg und Faschismus geprägte Vergangenheit transparent.
Ein lesenswertes Buch, es macht sensibel für den Umgang zwischen jung und alt. Es stimmt nachdenklich und weckt Verständnis. Es gibt aber auch Anlass zum schmunzeln. Und vielleicht gestaltet es das Miteinander der Generationen ein wenig einfacher.

Elfie Böttger-Bohlen plant ihr nächstes Buch. Man kann gespannt sein.

WAZ Kultur im Kreis

Liebeslyrik und Satire finden großes Forum
Autorennacht erlebt viel Publikumsandrang

...Elfie Böttger-Bohlen aus Waltrop läßt ausschließlich Frauen zu Wort kommen. Ehegattinnen, Mütter, Töchter, Geliebte. Mal schmunzeln die Zuhöhrer, mal lachen sie laut, mal verschlägt es ihnen die Sprache...

 

WAZ 26.11.2004 Krankenschwester schrieb Buch
"Weibs Bilder": Zitate alter Frauen über ihr Leben
Scharnhorst. "Als mein Mann starb, war ich gerade mal 35 Jahre alt und hatte drei Kinder. Ich habe mir vorgenommen, nie wieder Unterhosen zu waschen, für das bißchen Liebe."
Dieses Zitat stammt aus einem ungewöhnlichen neuen Buch, das eine Fülle von Aussprüchen zur Lebensgeschichte alter Frauen birgt. Gesammelt und aufgeschrieben hat sie Elfie Böttger-Bohlen, Pflegedienstleiterin der Wohngemeinschaft für Demenzkranke Menschen in Dortmund. "Weibs Bilder" heißt das Buch, das weit mehr ist als eine Zitatensammlung. Die kurzen Erinnerungen an das Leben finden sich in Kapiteln, die "Angst fühlen", "Pflicht erfüllen", oder "Tabus brechen" heißen.
Das Besondere: Diese Zitate stammen nicht von berühmten Zeitgenossen, sondern von alten Frauen, die Elfie Böttger-Bohlen in den zehn Jahren als Gemeindeschwester betreut hat.
"Weibs Bilder" ist jedoch mehr als eine Zitatensammlung. Elfie Böttger-Bohlen schrieb passend Erzählungen zu Kurzgeschichten um. "Mürbeteig und Spritzgebäck" heißt so eine Lebenserinnerung, die sie in die literarische Form eines Briefes umgearbeitet hat.

Diese Kurzgeschichte ergänzt die Zitate zum Thema "Wut" und spätestens da wird die Schriftstellerin Elfie Böttger-Bohlen deutlich. Und der aus vielen Gesprächen gespeicherte Reichtum an Wissen.

Starke Frauen:
Mich interessiert: "Warum ist ein Mensch so geworden wie er ist?" lautet das Motiv für Elfie Böttger-Bohlens Buch Weibs Bilder. Die Zitate sind Schlaglichter auf Menschenleben, die beinahe unbemerkt geblieben wären. Elfie Böttger-Bohlen hat sie aufgeschrieben. Ihr Anliegen ist es zu zeigen, wie reich das Leben dieser Frauen war und ist - und wie stark die Frauen selbst waren. Fürs Titelblatt hat sie deshalb eine "Nana" nach dem Vorbild von Nicki de Saint Phalle gebaut- eine starke und bunte Frauenfigur, die "Hallo, hier bin ich" sagt.
Ruhr-Nachrichten 23.11.2004
Ein Buch voll Angst, Wut... und Liebe
Elfie Böttger-Bohlen läßt Frauen erzählen

Im Westen: Am Anfang waren die Worte der Frauen. Dann wuchs das Interesse an diesen Worten. Dann folgte das Aufschreiben der Worte. Und letztendlich wurden Bücher daraus.
Elfie Böttger-Bohlen läßt Frauen mit unterschiedlichen Schicksalen zu Wort kommen. Ihr aktuelles Buch heißt "Weibs Bilder" ( in diesem Fall Erlebnisse und Meinungen ) von Frauen. Bilder, die sich aber auch die Autorin von denen gemacht hat, mit denen sie gesprochen hat. Mit "Weibs Bilder" knüpft Elfie Böttger-Bohlen an ihr Buch "Sonntags stand mein Heinrich immer am Kanal" an. "Weibs Bilder" enthält jetzt außer Zitaten auch Kurzgeschichten. Da ist von Angst die Rede, von Verletzungen. Von der Mutter, die einst ihren Sohn, auf dem Dachboden aufgehängt, fand und nie darüber hinweg gekommen ist.

Von Pflichten, die Frauen zu erfüllen hatten. Von Wut, Tabus und - natürlich - von Liebe.
Was die Frauen zu erzählen hatten und wie sie es tun, ist aufrüttelnd, traurig machend, erschütternd... und auch voller Humor. So sagt eine alte Frau: "Wozu braucht man schon einen Mann? Doch nur für die unanständigen Dinge. Und um unanständige Dinge zu machen, muss doch keiner bei mir wohnen."
Zu lesen sind Geschcihten für alle Generationen. Schließlich kamen Frauen zwischen 38 und 99 Jahren zu Wort. "Vielleicht können die Texte zum besseren Verständnis untereinander beitragen" , hofft die Autorin.
Geschenke
Es seien Geschenke, die die Frauen ihr gemacht hätten. Geschenke, die Elfie Böttger-Bohlen jetzt an die Leser weiter gibt.